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Saturday, June 13
 

10:15 CEST

KI-generierte Inhalte: Wird OSINT jetzt überflüssig – oder unverzichtbar?
Saturday June 13, 2026 10:15 - 11:15 CEST
Generative Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant. Modelle wie Nano Banana, Veo 3 oder ElevenLabs machen es möglich audio-visuelle Inhalte zu erstellen, die kaum noch von der Realität zu unterscheiden sind. Der Beweischarakter von Fotografien und Audioaufnahmen droht bald vollends der Vergangenheit anzugehören.

Für all jene, die mit OSINT-Methoden recherchieren, bedeutet das eine große Herausforderung. Wie lassen sich Fotos, Videos und Audios überhaupt noch verifizieren, wenn selbst jedes zur Überprüfung verwendete frei zugängliche Material potenziell KI-generiert sein kann?

Dabei geht es bisher allerdings selten um vollständige Fakes, die sowohl in sich stimmig als auch eindeutig zu lokalisieren sind. Viel gefährlicher sind momentan noch Bearbeitungen von bestehenden Fotos und Videos durch die KI. Gleichzeitig werden LLMs und KI-gestützte Tools auch bei der Recherche immer wichtiger. Kann also die KI dabei helfen, manipulierte oder generierte Fotos, Videos und Audios zu erkennen?

Diese Fragen beschäftigen uns alle. Wir teilen unsere Erfahrungen, teilen Tipps, denn auch die Sinne spielen eine große Rolle, und wollen mit dem Publikum in einen interaktiven Austausch gehen – angeregt mit einem Quiz.
Speakers
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Leonard Scharfenberg

Redakteur Visual Investigation, Süddeutsche Zeitung
Leonard Scharfenberg ist Redakteur und CvD am Visual Desk der Süddeutschen Zeitung und dort für Visual Investigation zuständig. Er arbeitet daher viel mit sogenannten OSINT-Methoden, insbesondere zu schwer zugänglichen Kriegsgebieten. Sonst recherchiert er zu Arbeit und Ausbeutung... Read More →
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Julia Bayer

Investigativjournalistin & Innovationsmanagerin, DW
Julia Bayer ist Investigativjournalistin bei der Deutschen Welle. Sie nutzt OSINT, um Menschenrechtsverletzungen und Umweltverbrechen aufzudecken. Als Innovationsmanagerin im Team Research & Cooperations der DW arbeitet sie an Projekten zur Verifikation und Deepfake-Erkennung wie... Read More →
Saturday June 13, 2026 10:15 - 11:15 CEST
U2
  KI und Recherche
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11:30 CEST

Aufgedeckt: Wie wir den Interessenkonflikt eines Berliner Politikers recherchierten
Saturday June 13, 2026 11:30 - 12:30 CEST
Der langjährige Berliner CDU-Politiker Christian Gräff ist ehrenamtlicher Geschäftsführer eines gemeinnützigen Vereins. Recherchen von Abgeordnetenwatch und Tagesspiegel zeigen, dass er diesen Verein offenbar auch für seine Geschäftsinteressen nutzt. 

In dieser Session geben die Referentinnen Einblick in den Rechercheprozess und leiten daraus Praxistipps ab: wie man in öffentlichen Registern recherchiert, warum es sich lohnt, zusätzlich Dokumente nach IFG zu beantragen, wie man richtig konfrontiert – und warum die besten Ergebnisse nur im Team möglich sind.
Speakers
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Tania Röttger

Journalistin, abgeordnetenwatch
Tania Röttger ist seit 2022 Journalistin bei abgeordnetenwatch. Zuvor arbeitete sie bei Correctiv, wo sie auch volontierte.
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Teresa Roelcke

Redakteurin, Tagesspiegel
Teresa Roelcke ist Redakteurin im Berlin-Ressort des Tagesspiegels. Sie betreut die Themen Stadtentwicklung, Immobilien, Bauen und Wohnen.
Saturday June 13, 2026 11:30 - 12:30 CEST
U2

13:45 CEST

Ein korrupter Staatsanwalt und eine Panne bei der Polizei: Wenn Lokaljournalist:innen privilegierte Quellen unter die Lupe nehmen
Saturday June 13, 2026 13:45 - 14:45 CEST
Es ist einer der größten Skandale, die Niedersachsens Justiz bisher erlebt hat: Ein offenbar korrupter Staatsanwalt soll über Jahre Informationen an ein international agierendes Drogenkartell durchgestochen haben, gegen das er selbst ermittelte.

Katharina Kutsche berichtet davon, wie sie mit ihrem Team der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung diesen Fall rund um Kokain, Boxclub und Aktenberge recherchier hat. Kontinuierliche Berichterstattung und eine detaillierte Rekonstruktion werfen die Frage auf: Was musste bei Polizei und Justiz alles schief laufen, dass der Maulwurf so lange unentdeckt blieb?



Patrick Schwemling recherchierte zu einer Gewalttat in der Mindener Innenstadt und entlarvte dabei eine Ermittlungspanne der Polizei. Den Beamten war 2024 eine ganze Woche lang verborgen geblieben, dass ein angegriffener Mann lebensgefährlich verletzt worden war. Verzweifelte Angehörige vertrauten sich dem Redakteur des Mindener Tageblatts an. Erst aufgrund der Recherchen von Schwemling bildeten die Ermittler eine Mordkommission. Und wegen der Recherchen änderte die Polizei schließlich die internen Abläufe.



Die Speaker:innen stellen ihre Recherchen vor und zeigen, wie sie vorgegangen sind. Sie diskutieren auch über eine wichtige Frage des Lokaljournalismus:

  • Wie gehen wir mit privilegierten Quellen wie Polizei und Justiz um?
  • Wie sehr vertrauen wir ihren Informationen im Redaktionsalltag?
  • Und was passiert, wenn diese Quellen auf einmal selbst Gegenstand der Recherche werden?
Speakers
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Patrick Schwemling

Teamleitung Digitales, Mindener Tageblatt
1988 in Minden geboren, dort aufgewachsen und nach dem Abitur und dem Studium in Paderborn 2015 in die alte Heimat zurückgekehrt. Schon während des Studiums im Lokalsport aktiv, vor allem im Fußball. Seit Sommer 2019 ausschließlich in der Digital-Redaktion unterwegs. Zunächst... Read More →
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Katharina Kutsche

Reporterin Wirtschaft, Hannoversche Allgemeine Zeitung
Katharina Kutsche ist seit 2022 Redakteurin bei der Hannoversche Allgemeinen Zeitung/Neue Presse und berichtet niedersachsenweit über Unternehmen und die Arbeitswelt. Zuvor hatte die gelernte Kriminalbeamtin die Deutsche Journalistenschule in München (53. LR) besucht und mehrere... Read More →
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Silja Kummer

Redaktionsleiterin, Heidenheimer Zeitung

Saturday June 13, 2026 13:45 - 14:45 CEST
U2

15:00 CEST

Große Datenanalysen im Lokalen nutzen
Saturday June 13, 2026 15:00 - 16:00 CEST
Leser*innen lieben Datengeschichten: Der Blick auf eine Karte oder ein Diagramm erklärt die Lage intuitiv und eindrücklicher als ein Text allein. Und eine lokaler Fall bekommt Gewicht, wenn Zahlen belegen, dass er für ein größeres Problem steht.

Wie können lokale und regionale Redaktionen mit wenig Ressourcen trotzdem mit Daten arbeiten? Das Science Media Center und CORRECTIV.Europe bieten dafür praktische Lösungen an. 

Das Science Media Center Germany führt immer wieder Erreichbarkeitsanalysen bei Krankenhäusern durch. Das Spektrum reicht dabei von der Schlaganfallversorgung bis zur Umsetzung der Klinikreform in NRW. Mit den Klinik-Erreichbarkeiten bietet es jetzt auch ein Tool an, das es Regionaljournalismus ermöglicht, schnelle Erreichbarkeitsanalysen eigenständig durchzuführen, zum Beispiel bei Schließung einer Klinik oder einer Abteilung.

CORRECTIV.Europe liefert Lokaljournalist*innen in ganz Europa Datensätze zu alltagsrelevanten Themen wie Mieten, Heizkosten oder Luftverschmutzung – lokal heruntergebrochen und im Paket mit Storyideen und Hintergrundinfos.

In dieser Session zeigen beide Projekte, wie Lokal- und Regionaljournalist*innen an ihren Recherchen teilhaben können. 
Speakers
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Frida Thurm

Senior Reporterin, CORRECTIV
Frida Thurm ist seit Oktober 2024 Reporterin bei CORRECTIV.Europe. Zuvor verantwortete sie das Gesellschaftsressort von Zeit Online. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Coburger Medienpreis ausgezeichnet und für den Reporterpreis nominiert. Sie mag Menschen. Und Daten. Und dass sich... Read More →
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Lars Koppers

Datenwissenschaftler, Science Media Center
Lars Koppers arbeitet als Datenwissenschaftler im SMC Lab und ist dort Kontaktperson für den Datenjournalismus. Er hat Statistik mit dem Schwerpunkt Biometrie in Dortmund studiert und forschte dort anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter im "Dortmund Center für datenbasierte... Read More →
Saturday June 13, 2026 15:00 - 16:00 CEST
U2

16:15 CEST

Jenseits der Opferrolle: Neue Narrative in der Berichterstattung über rechte Gewalt
Saturday June 13, 2026 16:15 - 17:15 CEST
Die Aufarbeitung von NSU und Hanau zeigt strukturelle Defizite der Berichterstattung: Betroffene bleiben in Opferrollen fixiert, traditionelle Formate sprechen über Menschen statt mit ihnen. Vor diesem Hintergrund stellen sich zentrale handwerkliche Fragen:
  • Wie gelingt die Berichterstattung über rechte Gewalt jenseits der Opferrolle – durch narrative Interviewtechniken, die traumatisierete Betroffene als handelnde Subjekte zeigen?
  • Welche kulturellen Codes spielen insbesondere bei muslimischen oder migrantisierten Betroffenen eine Rolle?
  • Und welche Methoden kontextualisieren Betroffenenportraits in der Kontinuitätsdebatte um NSU und Hanau sachlich, ohne Objektivierung oder Instrumentalisierung?

Das Kollektiv MIKRASS erprobt und entwickelt diese methodischen Ansätze seit Jahren in der redaktionellen Praxis. Die Arbeit umfasst Langzeitrecherchen zu den Kontinuitäten rechter Gewalt, die Entwicklung narrativer Interviewformate sowie die Produktion preisgekrönter Formate – von Dokumentationen bis zu digitalen Kurzvideos.
Aktuell realisiert MIKRASS das Projekt „MigraMemory: Women of Change“ (gefördert von Wikimedia Deutschland), in dem Projekt stellen Angehörige der Opfer des NSU-Netzwerkes und anderer Opfer rechter Gewalt ihre Perspektiven und Erinnerungen selbstbestimmt in den Mittelpunkt – jenseits traditioneller Opfer-Narrative.


Die Learnings aus dem Projekt fließen in den Vortrag ein. Der Vortrag lädt Journalist:innen ein, neue Narrative jenseits von Defizit- und Opferlogiken zu entwickeln – als demokratische Praxis in einer postmigrantischen Gesellschaft, die zunehmend unter Druck steht.
Saturday June 13, 2026 16:15 - 17:15 CEST
U2
 
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