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Saturday June 13, 2026 16:15 - 17:15 CEST
Die Aufarbeitung von NSU und Hanau zeigt strukturelle Defizite der Berichterstattung: Betroffene bleiben in Opferrollen fixiert, traditionelle Formate sprechen über Menschen statt mit ihnen. Vor diesem Hintergrund stellen sich zentrale handwerkliche Fragen:
  • Wie gelingt die Berichterstattung über rechte Gewalt jenseits der Opferrolle – durch narrative Interviewtechniken, die traumatisierete Betroffene als handelnde Subjekte zeigen?
  • Welche kulturellen Codes spielen insbesondere bei muslimischen oder migrantisierten Betroffenen eine Rolle?
  • Und welche Methoden kontextualisieren Betroffenenportraits in der Kontinuitätsdebatte um NSU und Hanau sachlich, ohne Objektivierung oder Instrumentalisierung?

Das Kollektiv MIKRASS erprobt und entwickelt diese methodischen Ansätze seit Jahren in der redaktionellen Praxis. Die Arbeit umfasst Langzeitrecherchen zu den Kontinuitäten rechter Gewalt, die Entwicklung narrativer Interviewformate sowie die Produktion preisgekrönter Formate – von Dokumentationen bis zu digitalen Kurzvideos.
Aktuell realisiert MIKRASS das Projekt „MigraMemory: Women of Change“ (gefördert von Wikimedia Deutschland), in dem Projekt stellen Angehörige der Opfer des NSU-Netzwerkes und anderer Opfer rechter Gewalt ihre Perspektiven und Erinnerungen selbstbestimmt in den Mittelpunkt – jenseits traditioneller Opfer-Narrative.


Die Learnings aus dem Projekt fließen in den Vortrag ein. Der Vortrag lädt Journalist:innen ein, neue Narrative jenseits von Defizit- und Opferlogiken zu entwickeln – als demokratische Praxis in einer postmigrantischen Gesellschaft, die zunehmend unter Druck steht.
Saturday June 13, 2026 16:15 - 17:15 CEST
U2

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