Rund zwei Millionen Migrant:innen arbeiten jedes Jahr auf europäischen Feldern, viele unter menschenunwürdigen Bedingungen. Gleichzeitig gibt die EU jedes Jahr rund 60 Milliarden Euro an Landwirt:innen in ganz Europa – ein Viertel des gesamten EU-Budgets. Das Geld landet auch bei Betrieben, die ihre Arbeiter:innen ausbeuten.
Mit einem internationalen Team haben wir in einer monatelangen Recherche in fünf europäischen Ländern aufgedeckt, wie die EU, bei der Verteilung der Milliarden-Subventionen, versagt Arbeiter:innen zu schützen. Egal ob in Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich oder Italien – in allen Ländern haben wir ähnliche Muster gefunden. Landwirt:innen erhalten Agrarsubventionen, obwohl gegen sie wegen ausbeuterischer Bedingungen ermittelt wird, sie dafür verurteilt wurden oder sogar im Gefängnis sitzen. Eine neue Regel der EU, die das verhindern soll, funktioniert nicht richtig.
Für die Recherche haben wir die Datenbank
farmsubsidy.org genutzt und mit öffentlichen Medieninformationen und Presseanfragen an Behörden und Gerichte abgeglichen. Und wir haben den Zoll in Deutschland auf Auskunft verklagt.
Wir zeigen, wie wir vorgegangen sind und auf welche Probleme wir gestoßen sind. Denn obwohl EU-Subventionsdaten grundsätzlich öffentlich zugänglich sind, können Landwirt:innen verschleiern, wer von den Steuer-Milliarden profitiert.